PC & Sicherheit
StickSecurity: was aus der USB-Schlüssel-Software wurde
Ein USB-Stick als Schlüssel für den Windows-Rechner: Was StickSecurity ab 2006 populär machte, woran das Konzept hing und was heute an seine Stelle tritt.
- 2006
- Erste Home Edition
- 3
- Editionen: Home, Business, MultiUser
- Win 2000
- Mindestanforderung damals
Diese Seite ordnet ein Stück Software-Geschichte ein. Zwischen dem heutigen Betreiber dieser Domain und dem früheren Anbieter besteht keine Verbindung. Es werden weder Programme des früheren Anbieters vertrieben noch Downloads bereitgestellt.
Mitte der 2000er-Jahre tauchte in deutschen PC-Foren regelmäßig dieselbe Frage auf: Wie sperre ich meinen Rechner automatisch, wenn ich aufstehe? Die Antwort lautete oft StickSecurity. Die Software koppelte die Freigabe des Rechners an einen USB-Stick. Steckte er, war der Arbeitsplatz nutzbar. Wurde er abgezogen, sperrte der Bildschirm.
Das Programm erschien 2006 als Home Edition, später kamen eine Business Edition für mehrere Windows-Benutzerkonten und eine MultiUser Edition hinzu, bei der mehrere Sticks als Schlüssel für denselben Rechner hinterlegt werden konnten. Verbreitet wurde es über Freeware-Verzeichnisse und Foren, verlinkt unter anderem aus Fachmedien und Bastel-Communitys.
Wie die Software gearbeitet hat
Technisch bestand StickSecurity aus drei Teilen, die in dieser Programmgattung bis heute gleich sind:
- Erkennungsmerkmal auf dem Stick. Eine Kennung, die der Rechner dem Datenträger zuordnen konnte.
- Ein Wächterdienst. Ein Hintergrundprozess, der in kurzen Abständen prüfte, ob der Schlüssel noch vorhanden war.
- Eine Sperraktion. Bildschirmsperre, Abmeldung oder ein frei konfiguriertes Programm, das beim Abziehen gestartet wurde.
Zwei Punkte hoben es aus der Masse ähnlicher Werkzeuge heraus. Erstens gab es eine Notfallebene: Ein hinterlegtes Kennwort entsperrte den Rechner auch ohne Stick, was bei Verlust den Totalausfall verhinderte. Zweitens hatte der Hersteller den abgesicherten Modus von Windows berücksichtigt – ein naheliegender Umgehungsweg, den viele vergleichbare Programme offenließen.
Der Funktionsumfang der letzten Fassungen umfasste außerdem einen Kennwortspeicher, systemweite Tastenkürzel und einen konfigurierbaren Sperrbildschirm. Für private Nutzung war die Home Edition kostenlos, gewerblich war die Business Edition vorgesehen.
Warum das Konzept verschwunden ist
StickSecurity hat kein einzelnes Ereignis zu Fall gebracht, sondern eine Verschiebung der Grundlagen:
- Windows änderte die Schnittstellen. Bereits mit Windows Vista war die Home Edition nicht mehr lauffähig, weil Mechanismen entfielen, auf die sie sich stützte. Der Hersteller hatte das damals offen kommuniziert.
- Das Betriebssystem holte auf. Die dynamische Sperre koppelt den Rechner an ein Bluetooth-Gerät, Windows Hello löst die Anmeldung über Fingerabdruck, Gesicht oder PIN. Wofür es früher Zusatzsoftware brauchte, ist heute eingebaut.
- Der Ansatz war kryptografisch schwach. Wenn die Erkennung im Wesentlichen an einer Kennung auf dem Datenträger hängt, lässt sie sich mit einem präparierten Stick nachbilden. FIDO2-Token lösen genau dieses Problem, weil der geheime Schlüssel den Token nie verlässt.
- Kleinanbieter-Software altert schlecht. Ein Dienst, der dauerhaft mit Systemrechten mitläuft und seit über einem Jahrzehnt keine Aktualisierung gesehen hat, ist selbst ein Risiko.
Sicherheitshinweis: Alte Installer aus Download-Portalen sind ein doppeltes Problem. Sie sind auf aktuellen Windows-Versionen wirkungslos, und viele Portale bündeln historische Dateien mit zusätzlicher Werbesoftware. Worauf beim Bezug zu achten ist, steht unter Software sicher herunterladen.
Was heute an die Stelle tritt
| Aufgabe von damals | Heutige Lösung | Warum sie besser ist |
|---|---|---|
| Rechner beim Weggehen sperren | Dynamische Sperre von Windows | Bordmittel, kein Fremddienst mit Systemrechten. Reagiert träger als ein Stick, dafür ohne Wartung. |
| Anmeldung an einen Gegenstand binden | FIDO2-Sicherheitsschlüssel | Der geheime Schlüssel verlässt den Token nie und lässt sich nicht kopieren. |
| Mehrere Benutzerkonten absichern | Windows Hello for Business, Kontorichtlinien | Im Betriebssystem verwaltet statt in einer Zusatzanwendung. |
| Daten auf dem Stick schützen | BitLocker To Go oder Container-Verschlüsselung | Schützt die Daten selbst, nicht nur den Zugang zum Rechner. |
Wenn es unbedingt ein USB-Wächter sein soll
Es gibt weiterhin Programme, die den Stick als Schlüssel verwenden. Sinnvoll sind sie in Sonderfällen, etwa an Arbeitsplätzen, an denen sich Personen minütlich abwechseln und die Trägheit der Bluetooth-Erkennung stört. Wer sich darauf einlässt, sollte vier Fragen beantwortet haben:
- Erscheinen noch Aktualisierungen, und ist die aktuelle Windows-Version ausdrücklich genannt?
- Gibt es eine dokumentierte Notentsperrung?
- Wird mehr geprüft als die Seriennummer des Datenträgers?
- Ist geregelt, welcher Schlüssel welches Konto freigibt?
Das Funktionsprinzip im Detail, samt der Bordmittel-Alternativen, steht unter PC per USB-Stick sperren. Wer den Stick selbst absichern will, findet die Verfahren unter USB-Stick verschlüsseln.
Häufige Fragen
Kann man StickSecurity noch herunterladen?
Lief StickSecurity unter Windows Vista?
Was war der Unterschied zwischen Home, Business und MultiUser Edition?
Was ersetzt das Prinzip heute?
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